Samstag, 16. April 2011

Familienglück: 8 Tage alt

Am 08. April 2011 war es soweit, freudiger Nachwuchs im Duisburger Zoo bei Familie Gänsegeier!!! ;-)Was für eine freudige Überraschung! Eher spontan führte mein Weg mich heute in den Duisburger Zoo, um nach Wochen endlich wieder nach dem Gänsegeier-Ei zu schauen. Ich hätte nicht im Traum damit gerechnet, dass mich ein winziges Küken dort erwarten würde ;-)

Kaum am Gehege angekommen sah ich, dass beide Geier am Nest saßen und ihre Köpfe ins Nest gesenkt hatten. Sollte das Küken schon geschlüpft sein, oder nur Platzwechsel auf dem Ei? Drum herum standen Zuschauer. Das ließ mich noch mehr stutzen, weil der Weg am Nest doch eigentlich abgesperrt war. Eiligen Schrittes wetzte ich durch die Menschenmassen um das Gehege herum, ab zum Nest. Und tatsächlich, kaum dort angekommen, sah ich durch die Gitterstäbe ein winziges, weißes, flauschiges Fellknäuel!!! Gänsegeier-Nachwuchs!!!! Was für ein schöner Tag und was für ein Glück solch ein Erlebnis miterleben zu dürfen! Eine Tierpflegerin, die zu dieser Zeit selber den Anblick genoss, erzählte mir, dass das Küken bereits Freitag vor einer Woche geschlüpft sei und die Eltern sich sehr gut um das Kleine kümmern. Auf Beschwerde vieler Besucher ist der Besucherweg vor Kurzem wieder freigegeben worden, bis auf eine kleine Absperrung rund um das Nest. Sollten sich die Geier bei ihrer Aufzucht allerdings gestört fühlen, so wird der Weg wieder komplett gesperrt. Besser für die Geier wäre es wohl, aber ich bin dennoch sehr glücklich, dass ich durch diese Neuregelung die Gelegenheit hatte das Küken stundenlang zu beobachten. Die ersten zwei Stunden nach dem Platzwechsel passierte nicht viel. Mama-Geier wärmte das Küken gemütlich mit ihrem Gefieder und fauchte jedes Stachelschwein und jedes Perlhuhn an, dass dem Nest zu nah kam. Auch Reiher und Raben, die zu niedrig über das Nest flogen, ließ sie nicht aus den Augen und verfolgte argwöhnisch jede Bewegung.


Papa-Geier nahm derweil ein Bad und ließ sich danach auf einem Stein nieder, um in der Sonne sein Gefieder zu trocknen. Hin und wieder stand Mama-Geier auf, damit das Gänsegeier-Küken etwas frische Luft schnappen und Sonne tanken konnte.


Nach zwei Stunden kam Papa-Geier dann zurück zum Nest und trocknete sich nach abschätzendem Blick seiner Geier-Dame noch einmal gründlich jede einzelne Feder. Erst dann durfte er sich dem Nest nähern und stolz sein Küken bewundern.Mama-Geier verschwand nach wenigen Minuten Richtung Aas und schlang sich ausgehungert einige Brocken rein, während der Geier-Papa weiterbrütete. Nach gut 20 Minuten kam sie zurück und würgte für das gierig hechelnde und nach Aas schreiende Küken ihr Mittagessen wieder hoch. Gierig mampfte sich der Kleine den Fleischbrei rein und wenn es kleckerte, schob der Papa die Brocken liebevoll Richtung Winzlingschnabel. Lange Zeit konnte ich meine Augen kaum von dem Geschehen im Nest abwenden, weil es so ein liebevoller, stolzer Anblick war.Diese winzigen Flügel, total süß!!! Kaum zu glauben, dass das Küken schon bald eine Spannweite von 2,70 m erreichen wird... Am Hals erkennt man aber schon jetzt, dass es sich um ein prächtiges Gänsegeier-Küken handelt!!! Auch als Papa-Geier später wieder auf Wanderschaft durchs Gehege ging, bliebe Mama-Geier so im Nest sitzen, dass ich bestimmt eine weitere Stunde lang ihr Küken beobachten konnte. Kamera-Akkus waren in der Zwischenzeit zwar leer und die Speicherkarte voll, aber das Warten hatte sich mehr als gelohnt. Letztendlich war ich wohl knapp vier Stunden am Nest ohne zu merken wie schnell die Zeit verging. Ein wirklich aufregender und magischer Moment!!!

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